Der brasilianische Real (BRL), symbolisiert durch R$, ist die offizielle Währung Brasiliens — der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas und der neuntgrößten weltweit nach nominalem BIP. Herausgegeben von der Zentralbank Brasiliens (BCB), ist der Real eine der meistgehandelten Schwellenmarktwährungen.
Brasilien ist ein bedeutender Exporteur von Rohstoffen — Eisenerz, Soja, Rindfleisch, Kaffee und Öl — was den BRL anfällig für globale Rohstoffzyklen und chinesische Nachfrage macht. Hohe Zinsen, politische Unsicherheit und Haushaltsdynamik haben den Real historisch zu einer der volatileren Währungen unter großen Schwellenländern gemacht.
Brasilien hat eine turbulente Währungsgeschichte. Vor dem heutigen Real durchlief das Land allein im 20. Jahrhundert acht verschiedene Währungen — Milréis, Cruzeiro, Cruzado und andere — alle Opfer galoppierender Inflation. Auf dem Höhepunkt 1993–94 überstieg die jährliche Inflation 2.700%.
Die Wende war der Plano Real, am 1. Juli 1994 von Finanzminister Fernando Henrique Cardoso eingeführt. Der Plan verknüpfte den neuen Real paritätisch mit dem US-Dollar und nutzte einen verwalteten Kurs, um Inflationserwartungen zu verankern. Der Erfolg war dramatisch: Binnen zwei Jahren sank die Inflation auf einstellige Werte. Nach der Währungskrise 1999 wurde der BRL freigegeben.
Brasilien ist G20-Mitglied und Teil der BRICS-Wirtschaften. Das BIP wird von einem vielfältigen Mix aus Landwirtschaft, Bergbau, Industrie und Dienstleistungen getragen. Das Land ist der weltweit größte Exporteur von Kaffee, Zucker, Orangensaft und Soja. Diese Rohstoffabhängigkeit macht den BRL sensibel für die globale Risikobereitschaft.
Die BCB verfolgt ein Inflationsziel. Brasilien hat historisch einige der höchsten Realzinsen der Welt gehalten — der Selic-Satz überstieg oft 10–14% — was Brasilien zum beliebten Ziel für den Carry Trade macht.
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